
Bei unserer letzten Informationsveranstaltung zur Volksabstimmung am Donnerstag vor der Abstimmung machte der ehemalige Bahnhofsvorstand des Stuttgarter Kopfbahnhofes Egon Hopfenzitz vor über 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern deutlich, dass das Projekt aus Sicht eines Bahnhofspraktikers keinen Sinn macht, da ein modernisierter Kopfbahnhof billiger und leistungsfähiger, aber wesentlich weniger störanfällig ist.
Nachdem sich nun eine Mehrheit bei der Volksabstimmung für das Neubauprojekt ausgesprochen hat, wird diese bessere Variante leider nicht verwirklicht.
Zwei Zahlen, die von den Befürwortern immer wieder genannt wurden, haben die Entscheidung vieler Bürger wesentlich beeinflusst: Die Behauptung, der Ausstieg koste 1,5 Milliarden und die Behauptung, die Kostengrenze von 4,5 Milliarden würde eingehalten. Bei der ersten Zahl haben die Befürworter Glück: Sie kann nun nicht mehr falsifiziert werden. Bei der zweiten Zahl werden wir bald wissen, ob die Bevölkerung ehrlich informiert oder hinters Licht geführt wurde.
Die neben dem Hauptreferenten anwesenden Landtagsabgeordneten Markus Rösler und Daniel Renkonen von der Partei Bündnis 90/Die Grünen wiesen darauf hin - wie dies nahezu alle Experten tun - dass die Kosten vermutlich wesentlich höher ausfallen werden. Wichtig wird daher sein, Winfried Kretschmann und Winfried Hermann den Rücken zu stärken für ihre Position, dass das Land keine billige Melkkuh für die Mehrkosten des Bahnprojekts sein wird und nicht sein kann. Angesichts sowieso klammer Kassen, würde das Geld bei den Bildungsausgaben fehlen.
Bedanken möchten wir uns bei all den vielen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für ihren unermüdlichen Einsatz in den letzten Wochen und Monaten. Dieser Einsatz hat dafür gesorgt, dass wir auf dem Weg zu einer Bürgergesellschaft sind, die solche Projekte nicht mehr einfach abnickt, sondern kritisch und kompetent begleitet und hinterfragt.










